Das Urheberrecht ist für alle Kunstschaffenden ein wichtiges Thema, und Autoren bilden keine Ausnahme. Bei einem literarischen Werk scheint klar zu sein, wem die Rechte gehören. Doch wie sieht es beim Buchcover aus?
Heute möchten wir einen Blick hinter die Kulissen werfen: Wem gehören die Urheberrechte an einem Buchcover, und brauchen Autoren diese überhaupt, wenn es eine Nutzungslizenz gibt?
Ist ein Buchcover urheberrechtlich geschützt?
Urheberrecht bezeichnet das ausschließliche gesetzliche Recht, Inhalt und Form eines künstlerischen Werks zu vervielfältigen, zu veröffentlichen, zu verkaufen oder zu verbreiten.
Da ein Buchcover ein Kunstwerk ist, entsteht sein Urheberrecht automatisch mit der Schaffung des Werks. Es gehört grundsätzlich dem Urheber, sofern im Vertrag nichts anderes vereinbart wurde.
In den meisten Ländern ist das Grundverständnis des Urheberrechts ähnlich, seine Schutzdauer kann jedoch unterschiedlich sein. In den USA und Großbritannien gilt der Schutz für 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, in Kanada beträgt diese Frist hingegen 50 Jahre.
Du solltest jedoch zwischen dem Urheberrecht und einer Lizenz zur Nutzung eines Bildes unterscheiden – in unserem Fall eines Buchcovers.

Urheberrecht und Nutzungslizenz
Wenn du einen Künstler oder Designer für ein Buchcover bezahlst, erhältst du dadurch nicht automatisch das Urheberrecht. Du erhältst eine Lizenz zur Nutzung des Bildes unter den im Vertrag vereinbarten Bedingungen. Für Autoren reicht das jedoch meist aus. Du kannst das Cover in Online-Buchhandlungen und für deine Werbung verwenden. Für gedruckte Bücher und andere Produkte können allerdings Einschränkungen gelten. Kläre deshalb alle Einzelheiten, bevor du mit einem Buchcoverdesigner zusammenarbeitest.
Für manche Autoren ist es wichtig, die Urheberrechte an ihren Buchcovern zu besitzen. Das ist nur möglich, wenn der Künstler, der das Bild vollständig selbst geschaffen hat, diese Rechte schriftlich überträgt.

Wie funktioniert das Urheberrecht bei Buchcovern für unabhängige Autoren?
Bei der Gestaltung eines Buchcovers haben Selfpublishing-Autoren meist zwei Möglichkeiten: Sie gestalten das Bild selbst oder beauftragen einen professionellen Buchcoverdesigner. Beide Varianten haben Besonderheiten beim Urheberrecht. Schauen wir sie uns genauer an.
1. Du hast dein Buchcover selbst gestaltet
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Mit speziellen Online-Werkzeugen
Zum Glück gibt es im Internet heute zahlreiche kostenpflichtige und kostenlose Werkzeuge mit fertigen Vorlagen für die Gestaltung von Buchcovern. Jede Plattform hat jedoch ihre eigene Nutzungslizenz und überträgt dir in den meisten Fällen keine Urheberrechte am fertigen Bild.
Nehmen wir als Beispiel das beliebte Werkzeug Canva, das einen eigenen Bereich für Buchcover bietet. Wenn du Elemente aus der Bibliothek der Plattform verwendest, musst du dich an Canvas Lizenzvereinbarung für Inhalte halten. Auch kostenlose Elemente, etwa von Pixabay oder Pexels, unterliegen eigenen Lizenzen.
Keine Sorge: Diese Lizenzen schränken die Nutzung des fertigen Buchcovers normalerweise nicht besonders ein. Du besitzt lediglich nicht das Urheberrecht.
Eine Ausnahme besteht, wenn du eigene Bilder und Elemente für das Buchcover verwendest und Canva nur nutzt, um sie zusammenzufügen. Einzelne Stockbilder, deren Nutzung durch eigene Lizenzen geregelt ist, fallen jedoch nicht darunter.
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Vollständig selbst gezeichnet
Wenn du dein Buchcover vollständig selbst gezeichnet hast, gehört dir als Urheber das Urheberrecht. Registriere dein Kunstwerk gleich, um spätere Probleme zu vermeiden.
Wenn du allerdings beispielsweise fertige Schriften aus der Adobe-Bibliothek hinzufügst, denke daran, dass diese urheberrechtlich geschützt sind. Eine kostenpflichtige Lizenz erlaubt dir jedoch, sie ohne Einschränkungen für persönliche und kommerzielle Zwecke zu verwenden.
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Mit KI-generierten Bildern
Midjourney ist eine KI-Plattform, die beeindruckende Bilder fiktiver Welten und Figuren erstellt. Es überrascht daher nicht, dass einige unabhängige Autoren solche Bilder für ihre Cover verwendet haben. Beim Urheberrecht kann das jedoch Schwierigkeiten mit sich bringen.
Diese Art der Bilderstellung ist erst vor relativ kurzer Zeit entstanden. Deshalb haben Gesetzgeber das Urheberrecht noch nicht überprüft und die Gesetze zu digitaler Kunst aus Midjourney und ähnlicher Software noch nicht angepasst. Du kannst solche Bilder zwar ohne Einschränkungen verwenden. Gleichzeitig kann aber auch jede andere Person dein Bild uneingeschränkt nutzen, und du kannst dein Werk nicht schützen.

2. Du hast einen professionellen Buchcoverdesigner beauftragt
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Illustriertes Buchcover
Dazu gehört auch die 3D-Modellierung. In diesem Fall liegt das Urheberrecht beim Künstler. Ihr müsst alle Nutzungsbedingungen für das Buchcover vorab vereinbaren. Wenn du das Buch drucken und die Bilder für Merchandise verwenden möchtest, solltet ihr das gesondert besprechen.
Der Urheber kann dir die Urheberrechte auch schriftlich übertragen. Allerdings sind nicht alle Designer dazu bereit: Sie möchten nicht, dass jemand ihr Werk später verändert oder bearbeitet, da es bereits ein fertiges Kunstwerk ist.
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Bearbeitung von Stockfotos
Viele Cover entstehen durch die Bearbeitung von Stockfotos. Jedes Stockbild hat eine eigene Lizenz, die festlegt, wie häufig das Bild in digitalen und gedruckten Formaten verwendet werden darf.
Zum Beispiel bietet Shutterstock Standard- und erweiterte Lizenzen an. Beide erlauben eine unbegrenzte Verbreitung im Internet. Bei gedruckten Produkten gilt für die Standardlizenz jedoch eine Grenze von 500.000 Exemplaren, während die erweiterte Lizenz keine solche Beschränkung hat.
Buchcoverdesigner erwerben normalerweise Lizenzen, um Stockbilder in ihrer Arbeit zu verwenden. Informiere dich deshalb vor der Zusammenarbeit darüber, welche Lizenz sie nutzen und was diese erlaubt. Wenn du mehr als 500.000 Exemplare deines Buchs drucken möchtest, musst du möglicherweise zusätzlich für die verwendeten Bilder bezahlen.
Zusammenarbeit mit einem Buchcoverdesigner am Beispiel des Getcovers-Teams
Schauen wir uns an, wie Urheberrecht und Nutzungslizenz bei der Zusammenarbeit mit unserem Unternehmen funktionieren. Laut unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen behält Getcovers die Urheber- und Eigentumsrechte an sämtlichen Designs und Entwurfsmaterialien. Wenn Autoren ein Design bestellen, erwerben sie eine Standardlizenz, die ihnen Folgendes erlaubt:
- Eine unbegrenzte Anzahl an E-Books verkaufen und das Buch bewerben
- Ein Druckcover für den Verkauf von bis zu 500.000 gedruckten Buchexemplaren verwenden.
Wenn Autoren jedoch eine Auflage von mehr als 500.000 Exemplaren drucken möchten, müssen sie für jedes Stockfoto, das eine wesentliche Rolle im Coverdesign spielt, eine zusätzliche Lizenz erwerben.
Außerdem müssen Autoren eine erweiterte Lizenz erwerben, wenn sie das Coverdesign anders als für ein E-Book- oder Taschenbuchcover verwenden möchten.
Zeit für einen Rückblick
Alle Buchcover sind urheberrechtlich geschützt. Deshalb darf niemand dein Cover ungestraft für eigene Zwecke verwenden. Das Urheberrecht gehört jedoch nicht dem Autor, sofern er das Bild nicht selbst gezeichnet oder aus eigenen Fotografien erstellt hat. Der Autor kann die Urheberrechte am Cover auch durch eine schriftliche Übertragung vom Künstler erhalten.
Ein Autor muss das Urheberrecht am Cover jedoch nicht besitzen, um damit sein Buch in digitalen und gedruckten Formaten zu bewerben. Eine Nutzungslizenz genügt. Ihre Bedingungen sollte er vorab lesen.
In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, dass ein Autor die Urheberrechte besitzt. Das gilt etwa, wenn er große Auflagen verschiedener Merchandise-Produkte plant, deren Gestaltung auf dem Buchcover basiert. Ein weiterer Fall ist, wenn er das Coverdesign bei einer späteren Neuveröffentlichung verändern möchte.
Hattest du schon einmal Probleme mit der Nutzungslizenz für ein Buchcover? Teile deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren.