Ob wir es mögen oder nicht: Schöne Dinge ziehen uns an.
Ein schöner Sonnenuntergang, ein attraktiver Mensch oder ein großartiges Buchcover lässt uns nicht gleichgültig.
Das ist hilfreich, denn ein Cover kann dazu beitragen, dein Buch zu verkaufen – selbst an jemanden, der weder dich noch deine Texte kennt.
Gleichzeitig bedeutet das, dass du dein Cover nicht einfach improvisieren und auf das Beste hoffen kannst. Deshalb gibt dir dieser Artikel kurze, praktische Tipps, wie du eine professionelle Buchcovergestaltung mit kleinem Budget bekommst.
Doch zunächst:
Was unterscheidet ein E-Book-Cover von einem Cover für ein gedrucktes Buch?
Für ein E-Book brauchst du nur die Vorderseite des Covers.
Für ein gedrucktes Buch solltest du auch in Buchrücken und Rückseite investieren. Diese beiden Elemente sind weniger sichtbar, aber ebenso wichtig. Auf der Rückseite steht ein Klappentext, der beim Verkauf hilft. Der Buchrücken ist oft das Einzige, was ein Leser sieht, wenn das neu gekaufte Buch im Regal steht.
Mit diesem Wissen schauen wir uns nun Tipps zur Gestaltung von Buchcovern an..
Die wichtigsten Tipps für die Buchcovergestaltung
Ob du einen professionellen Buchcoverdesigner beauftragst oder das Cover selbst gestaltest: Du musst dich vorbereiten. Die besten Cover entstehen durch gründliche Recherche, Analyse und kreative Arbeit.
Das macht eine gute Buchcovergestaltung aus:
Lege fest, ob das Cover zu einem Einzelband oder einer Reihe gehört
Werfen wir zunächst einen Blick in die Zukunft. Wirst du später Fortsetzungen oder Vorgeschichten zu deinem Buch schreiben?
Vielleicht planst du es jetzt noch nicht. Wenn sich dein Buch gut verkauft, möchtest du es aber womöglich ausprobieren.
Dann solltest du das berücksichtigen und die Grundlage für eine einheitliche Covergestaltung der Reihe schaffen. Achte darauf, dass das Cover wiedererkennbare Elemente enthält, die es mit anderen Büchern der Reihe teilt.
Zum Beispiel:
- Ornamente als Rahmen für das Cover
- Untertitel und einheitliche Typografie
- Farbschema und Stil
- Ein einheitlicher Ansatz beim Bildaufbau
- Wiedererkennbare Figuren und die Gestaltung der erzählten Welt
Behalte das während deiner Recherche im Hinterkopf.
Erforsche deine Zielgruppe
Ohne deine Zielgruppe zu kennen, kannst du nicht wirksam vermarkten.
Wenn du also eine Buchcovergestaltung möchtest, die deine Leser anspricht, beantworte folgende Fragen:
- Wie alt ist meine Zielgruppe?
- Welchen kulturellen Hintergrund hat sie?
- Was mag sie und was nicht?
- Welche Werte sind ihr wichtig?
- Wie informiert sie sich über Literatur?
- Wo kauft sie Bücher?
Recherchiere andere Bücher deines Genres und sammle Vorbilder
Hinweis:
Wir glauben nicht, dass Autoren miteinander konkurrieren müssen.
Andere Autoren sind deine Partner und Freunde. Sie können deine Bücher weiterempfehlen und dich auf deinem kreativen Weg unterstützen. Sie als Konkurrenz zu bezeichnen, ist dennoch praktisch und verleiht deiner kreativen Arbeit einen spielerischen Anreiz.
Dich im Sinne von „Steal Like an Artist“ von anderen inspirieren zu lassen, kann dir helfen, eine gute Buchcovergestaltung zu entwickeln.
Jedes Genre und Subgenre hat eigene Konventionen und bewährte Ansätze für Cover. Recherchiere deine Nische und sammle Beispiele besonders erfolgreicher Cover. Sie helfen dir, deine eigene Vorstellung zu entwickeln.
Bestimme die zentrale Aussage deines Covers
Jetzt kennst du die Gestaltungskonventionen für Buchcover in deinem Genre. Es ist Zeit festzulegen, was dein Cover dem Leser vermitteln soll.
Das Covermotiv sollte drei Dinge vermitteln:
- Genre und Subgenre
Ein kurzer Blick auf das Cover sollte genügen, damit ein Leser sagt: „Aha, ein Fantasyroman! Genau das möchte ich gerade lesen.“
- Emotion
Ein passendes Buchcover löst Gefühle aus. Du solltest wissen, was dein Motiv vermitteln soll: zum Beispiel Angst, Spannung, Anziehung, Nähe, Staunen, Einsamkeit oder Freude.
- Geschichte
Schließlich sollte das Covermotiv eine spannende Geschichte, interessante Figuren oder eine faszinierende Welt andeuten.
Entwickle ein Coverkonzept, das alle drei Aspekte erfüllt. Denke daran: Verständlichkeit kommt vor Originalität. Einfachere Konzepte lassen sich leichter umsetzen und verwirren das Publikum nicht.
Erstelle zur Unterstützung ein Moodboard mit Bildern, die die gewünschte Atmosphäre vermitteln.
Wähle den Stil deines Buchcovers
Es gibt zwei grundlegende Arten professioneller Buchcovergestaltung:
- Ein individuell gestaltetes Buchcover , das aus verschiedenen Stockbildern zusammengesetzt wird. Lies unseren Leitfaden dazu, wo du Stockfotos für Buchcover findest , wenn du dein Cover selbst gestalten möchtest.

Individuell aus Stockbildern gestaltete Cover sind besonders bei Krimis, Thrillern, Liebesromanen, Sachbüchern und Horror beliebt.
- Ein illustriertes Buchcover , das ein Künstler digital oder mit anderen Techniken zeichnet oder malt.
Illustrierte Cover werden häufig für Fantasy, Science-Fiction und Kinderliteratur verwendet.
Die erste Variante ist günstiger, da sie weniger Zeit erfordert.
Illustrationen sind hingegen einzigartig und auffällig. Handwerklich geschaffene Kunst hat auch heute eine starke Anziehungskraft.
Ideen für die Buchcovergestaltung
Jetzt hast du eine solide Grundlage für dein Cover. Es ist Zeit für Ideen und Tipps, wie du sie gut umsetzt:
Motive und Bildaufbau bei Buchcovern
Damit du dir über die Anordnung der Coverelemente nicht den Kopf zerbrechen musst, findest du hier einige bewährte Ansätze:
Eine mittig platzierte Figur vor einem passenden Hintergrund
Der Text steht meist unten auf dem Cover, damit er nichts verdeckt und einen ansprechenden Blickpunkt schafft.
Ein horizontal in zwei Bereiche geteiltes Cover
Ein Bereich kann das Motiv enthalten, der andere den Text. Oder beide Bereiche zeigen Bilder, etwa eine Figur und eine Landschaft, während der Text in der Mitte des Covers steht.
Der Schwerpunkt liegt auf Typografie und zusätzlichen Ornamenten.
Hier dominieren Titel und Autorenname das Cover. Der Hintergrund verstärkt die Aussage der Typografie.
Überlagerte Bilder
Ein Bild wird innerhalb eines anderen platziert. Meist sind beide auf die Mitte des Covers ausgerichtet.

Ein mittig ausgerichtetes Symbol mit Text darüber und/oder darunter
Tipps zur Typografie auf Buchcovern
Einige wichtige Regeln für Buchcover-Typografie:
- Wähle Schriften sorgfältig. Unterschiedliche Schriften vermitteln unterschiedliche Stimmungen und passen zu unterschiedlichen Genres.
- Verwende höchstens zwei verschiedene Schriften pro Cover.
- Nutze Farben und Texturen, um die Atmosphäre zu verstärken oder den Text hervorzuheben.
- Wähle die Schriftgröße so, dass der Titel gut lesbar ist, ohne wichtige Elemente zu verdecken.
Auch die Gestaltung des Textes selbst beeinflusst seine Stimmung.
- Fette Buchstaben vermitteln Kraft.
- Schräge Buchstaben vermitteln Bewegung.
- Gerade Buchstaben stehen für Stabilität.
- Schriften mit wenigen Verzierungen wirken angenehm und elegant. Nutze sie, um Eleganz, klare Selbstsicherheit oder Autorität auszudrücken.
- Stärker verzierte Schriften vermitteln Kreativität. Nutze sie, wenn der Text laut und ausdrucksstark wirken soll.
- Mit weiten oder engen Buchstabenabständen kannst du Luftigkeit oder das beklemmende Gefühl eines engen Raums vermitteln.
Farben bei der Buchcovergestaltung
Menschen verbinden Farben mit bestimmten Vorstellungen. Diese kannst du für deine Gestaltung nutzen.
Solche Assoziationen sind allerdings häufig vom kulturellen Hintergrund geprägt..
Zum Beispiel steht Weiß in westlichen Ländern für Reinheit und Güte. In manchen asiatischen Ländern wird Weiß hingegen mit Trauer und Tod verbunden.
Wähle Farben deshalb sorgfältig aus.
Zum Glück hast du deine Zielgruppe bereits recherchiert und kannst passende Farben für dein Covermotiv wählen.
In westlichen Kulturen werden beispielsweise folgende Assoziationen mit Farben verbunden:
- Rot: Leidenschaft, Liebe, Gefahr;
- Orange: Energie, Lebenskraft, Jugend;
- Gelb: Glück, Hoffnung, aber auch Täuschung;
- Grün: Leben, Fülle, Natur;
- Blau: Ruhe, Verantwortung, Traurigkeit;
- Violett: Kreativität, Königtum, Reichtum;
- Schwarz: Geheimnis, Eleganz, das Böse;
- Grau: Konservatismus, Förmlichkeit, Weisheit.
Wenn du Schwierigkeiten hast, passende Farben zu finden, nutze den Farbkreis. Gegenüberliegende Farbtöne passen meist gut zusammen.
Rückseite und Buchrücken gestalten
Die Rückseite des Buchcovers hat zwei Aufgaben:
- Sie soll harmonisch zur Vorderseite und zum Buchrücken passen.
- Sie soll einen gut lesbaren Klappentext, eine Autorenbiografie, Rezensionen oder andere Texte enthalten.
Tipps für den Buchrücken :
- Der Buchrücken sollte zur Vorder- und Rückseite passen.
- Bei einem dünnen Buch mit etwa 50 Seiten solltest du den Rücken unbeschriftet lassen. Andernfalls wirkt er unschön.
- Lass oberhalb und unterhalb des Textes etwas Platz.
- Bei einem dünnen Buch wähle Schriften ohne Ober- und Unterlängen , die über die Zeile hinausragen.
- Achte darauf, dass der Buchrücken die Motive auf Vorder- und Rückseite nicht unnatürlich unterbricht.

Funktioniert das Cover auch als kleines Vorschaubild?
Wenn dein Cover fertig ist, verkleinere es auf die Größe eines Vorschaubilds.

Prüfe, ob
- das Motiv verständlich bleibt;
- das Genre erkennbar ist;
- die Typografie zum Stil passt;
- das Cover Aufmerksamkeit weckt.
Wenn ja, kannst du loslegen. Wenn nicht, muss das Cover noch angepasst werden. Vielleicht sind die Kontraste nicht deutlich genug oder es gibt zu viele kleine Details.
Fazit
Professionelle Buchcovergestaltung ist ein komplexer Prozess. Lass dich davon aber nicht entmutigen. Wenn du unserem Vorgehen folgst und die Tipps berücksichtigst, erhältst du mit geringem Budget ein wirkungsvolles Cover. Denke daran, dass jede Entscheidung gut durchdacht sein und zum gewünschten Stil passen sollte.
Wenn du Fragen an unsere Buchcoverprofis hast, stelle sie unten in den Kommentaren. Wir antworten dir so schnell wie möglich.








