Ein einprägsames Pseudonym hilft dir, unter Autoren aufzufallen, Aufmerksamkeit zu gewinnen und wiedererkannt zu werden. Wenn du schon länger über einen Künstlernamen nachdenkst und eine Anleitung suchst, bist du hier richtig.
Finden wir heraus, warum du ein Pseudonym brauchen könntest, wie du es entwickelst und was danach zu tun ist.
Wann ein Pseudonym sinnvoll ist
Ein Pseudonym ist keine Pflicht. Viele Autoren verwenden ihren echten Namen, und niemand verlangt einen Künstlernamen von dir. Es gibt jedoch mehrere Gründe, weshalb er hilfreich sein kann.
Dein echter Name ist sehr verbreitet
Vielleicht waren bei deiner Geburt Namen wie Johnny und Samantha besonders beliebt, und deine Familie heißt Smith, Johnson oder Brown. Dann bist du vielleicht einer von 48.623 Menschen namens John Smith. Für einen Autor ist das nicht besonders unverwechselbar. Du wirst leicht mit anderen verwechselt. Ein Pseudonym kann dir helfen, aufzufallen und deine Karriere zu entwickeln.
Du möchtest Privatleben und Beruf trennen
Nicht nur Superhelden mit einem Doppelleben nutzen einprägsame Namen. Auch du kannst auf Buchmessen und Festivals als erfolgreicher Autor auftreten und zu Hause im bequemen Bademantel dein Familienleben genießen. Ein Pseudonym trennt diese Bereiche, etwa in deinen Social-Media-Konten. Teile persönliche Geschichten sowie Fotos von Familie und Freunden auf deinem privaten Profil. Im beruflichen Konto sprichst du mit Fans über deine Bücher und das Schreiben.
Du hältst deine Autorenlaufbahn geheim
Vielleicht bist du ein bekannter Unternehmer oder Politiker, der Kindermärchen schreibt. Oder du möchtest der Welt noch nicht erzählen, dass du Autor bist. Deine Gründe spielen keine Rolle: Du darfst das für dich behalten. Wenn du dich damit wohler fühlst, nutze ein Pseudonym.
Du schreibst in verschiedenen Genres
Du möchtest deine Leser nicht verwirren. Vielleicht schreibst du Kinderliteratur und Sachbücher für Erwachsene. Unterschiedliche Namen können die Genres kennzeichnen. Joanne Rowling verwendet beispielsweise J. K. Rowling für Harry Potter und den männlichen Namen Robert Galbraith für Kriminalromane. Wer ein Buch von Robert Galbraith auswählt, erwartet keine Zauberer und Hippogreife, sondern eine Detektivgeschichte.
Du möchtest es einfach
Das genügt. Vielleicht hast du als Kind davon geträumt, Autor zu werden, und dir schon damals einen Namen ausgedacht. Oder dir gefällt ein bestimmtes Wort. Du brauchst keinen weiteren Grund.
Jetzt weißt du, ob du ein Pseudonym möchtest. Die nächste Frage ist: Wie erfindest du es?
So entwickelst du ein Pseudonym
Du kannst nicht einfach einen Namen wie Mark Twain, George Orwell oder Richard Bachman übernehmen. Dein Pseudonym sollte einzigartig, originell und einprägsam sein. Wo findest du es?
1. Nutze Online-Generatoren
Das ist eine der einfachsten Möglichkeiten. Probiere es hier, hier und hier oder suche nach „Pseudonym-Generator“. Solche Plattformen fragen meist nach Vorlieben, Interessen, persönlichen Angaben und dem Buchgenre. Lass so lange Namen erzeugen, bis dir einer gefällt.

2. Schau dir die Namen deiner Vorfahren an
Vielleicht hatte dein Großvater einen schönen Namen, der sich als Pseudonym eignet. So findest du einen Künstlernamen und ehrst zugleich einen nahen Angehörigen. Beispielsweise leitete bell hooks, die eigentlich Gloria Jean Watkins heißt, ihr Pseudonym vom Namen ihrer Urgroßmutter Bell Blair Hooks ab.
3. Denke an Figuren aus deinen Lieblingsbüchern, Filmen oder Liedern
Vielleicht berührt dich ein Name, den jemand bereits erfunden hat, und inspiriert dich zum Schreiben. Wenn du „Sweet Caroline“ von Neil Diamond oder „Billie Jean“ von Michael Jackson hörst, sprudeln vielleicht die Ideen. Nutze das als Anregung. Unser Tipp: Übernimm nicht den identischen Namen, sondern kombiniere mehrere.
4. Spiele mit deinem echten Namen
Du musst nicht weit suchen: Auch dein echter Name kann die Grundlage sein. Ergänze ein Wort oder ändere die Reihenfolge. Du kannst auch ein Anagramm aus seinen Buchstaben bilden – wie Lord Voldemort. Wenn du das nicht von Hand machen möchtest, nutze eine Online-Plattform mit verschiedenen Vorschlägen.

5. Recherchiere
Wenn dein Pseudonym eine symbolische Bedeutung haben soll, brauchst du Recherche. Dieser Ansatz erfordert besonders viel Zeit und Mühe. Jeder Name kann etwas bedeuten, etwa Merida „mutig“ oder Nolan „Champion“. Beachte, dass Bedeutungen je nach Weltregion variieren. Du kannst englische Namen suchen, aber vielleicht wartet unter afrikanischen oder indischen Namen ein besonderer Fund.
6. Denke an etwas oder jemanden, der dir wichtig ist
Vielleicht hat dir jemand vorausgesagt, dass du ein berühmter Autor wirst. Vielleicht hast du als Kind immer auf einer Bank in einer nach jemandem benannten Straße geschrieben. Oder eine Blume hat dich zu deiner ersten Geschichte inspiriert. Überlege, ob eine Person oder Sache einen Platz in deinem Pseudonym verdient.
Was du nach der Namenswahl tun solltest
Wenn du das Pseudonym beruflich nutzen möchtest, reicht die Auswahl allein nicht. Danach helfen dir einige Schritte, damit der Name für dich arbeitet.
- Bestimme deine Zielgruppe. Wie alt sind deine Leser, welche Berufe und Hobbys haben sie? Klingt dein Pseudonym für sie passend? Ein lustiger, niedlicher Name eignet sich nicht unbedingt für wissenschaftliche Bücher für Erwachsene.
- Prüfe, ob es zu deinem Genre passt. Für Horror ist ein niedliches Pseudonym wie Merry Bee kaum ideal. Umgekehrt passt ein viktorianischer Name wie Wilhelmina Jewel Finnerty nicht unbedingt zu Kinderbüchern.
- Achte auf einfache Schreibweise, Aussprache und Einprägsamkeit. Leser sollten dich Freunden empfehlen können, ohne erst Schreibweise oder Aussprache nachzuschlagen. Vermeide komplizierte Laut- und Buchstabenkombinationen.
- Prüfe die Verfügbarkeit und kaufe eine Domain. Erfolgreiche Autoren haben eine Website. Prüfe deshalb vor der endgültigen Entscheidung, ob eine passende Domain verfügbar ist. Leser finden deine Seite dann leicht, indem sie dein Pseudonym suchen.
- Achte auf Unterschiede zu anderen Autoren. Es wäre ärgerlich, wenn jemand auf Empfehlung nach deinem Buch sucht und das eines anderen Autors kauft. Suche nach Autoren mit deinem gewünschten Namen, um seine Einzigartigkeit zu prüfen.
- Registriere dein Buch unter diesem Pseudonym. Veröffentliche danach neue Geschichten unter diesem Namen. Berücksichtige aber mögliche Nachteile: Ein Pseudonym garantiert keine Anonymität. Denke auch an das Urheberrecht. Der reguläre US-Urheberrechtsschutz für anonyme oder unter Pseudonym veröffentlichte Werke ist kürzer als bei Werken unter echtem Namen.
- Nutze dein Pseudonym in sozialen Medien, auf deiner Website und bei beruflichen Veranstaltungen. Dein Künstlername sollte stets mit dir als Autor verbunden sein. Vermeide, Leser durch wechselnde Verwendung deines echten Namens zu verwirren.
Fazit
Unsere Suche nach dem passenden Pseudonym ist abgeschlossen. Jetzt kennst du mögliche Gründe: auffallen, Privatleben und Beruf trennen oder das Schreiben geheim halten. Du entscheidest.
Wir hoffen, dass du inspiriert bist und bereits einige Ideen gesammelt hast: Anagramme, Namen von Verwandten, Filmfiguren oder mythologischen Wesen. Wenn du dein Pseudonym gewählt hast, nutze es aktiv in jeder Kommunikation mit Lesern und nicht nur auf deinen Buchcovern.
Verwendest du ein Pseudonym? Wie hast du es gefunden? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren.