„Gott sorgt für das Glück; der Weise sorgt für Ersparnisse.“
Das ist ein Zitat aus dem Papyrus Insinger, einer etwa 2.200 Jahre alten ägyptischen Weisheitslehre über die richtige Lebensführung. Sie gehört zu den ältesten Beispielen der Ratgeberliteratur.
Der Papyrus zeigt die anhaltende Bedeutung von Ratgebern. In der Antike konnten nur wenige solche Literatur schaffen. Heute kann jeder mit dem nötigen Willen und schriftstellerischen Fähigkeiten sein Werk veröffentlichen.
Dadurch hat „die Zahl der veröffentlichten Ratgeber sogar das Wachstum der Verkäufe übertroffen.“
Wie hebst du dich in dieser Menge ab? Beginne mit einem herausragenden Ratgebercover .
Wir haben aktuelle Ratgeberbestseller analysiert, um dir Tipps für ein Cover zu geben, das Vertrauen aufbaut und Menschen zum Kauf bewegt.
Beginnen wir.
Vermeide Klischees auf Ratgebercovern
Texte zur Selbstentwicklung haben Klischees wie „Folge deinen Träumen“, „Stelle dir den Erfolg vor“ oder „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Auch Cover haben ihre klischeehaften Bildmotive , die mit Erfolg, Leistung oder Harmonie verbunden werden.
Ein besonders deutliches Beispiel ist eine Person auf einem Berggipfel mit triumphierend erhobenen Armen.
Wenn dein Buch nicht gerade vom Bergsteigen und einer Siegerpose auf dem Gipfel handelt, wähle lieber ein anderes Motiv. Das gilt ebenso für springende Menschen.
Klischees wirken wie Abschreckungsmittel für Leser. Solche Bilder sind so häufig, dass Leser die Cover oft kaum noch wahrnehmen.
Wenn du sicher bist, dass ein solches Motiv deine Zielgruppe anspricht, kannst du es verwenden. Bei Zweifeln solltest du es überdenken.
Nutze Farbe als zentrales Gestaltungsmittel
Manche Ratgebercover setzen ganz auf Farbe. Solche Bestsellercover lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen.
Die erste Gruppe hält sich nicht zurück. Ihre Cover zeigen eine leuchtende Explosion komplementärer Farben und starken Gefühlsausdruck.

Das gewinnt Aufmerksamkeit. Sei bei der Gestaltung jedoch sorgfältig. Du solltest wissen, warum du bestimmte Farben wählst, welche Gefühle sie wecken und ob sie zum Untergenre passen. In den gezeigten Beispielen behandelt
- Untamed die Frage, wie Frauen Freude und Harmonie finden, indem sie sich von fremden Erwartungen lösen. Die Verbindung sanfter, glitzernder, ruhiger und energischer Farben passt dazu und zeigt die Vielseitigkeit moderner Frauen.
- Das Cover von How to Do the Work kombiniert Orange, Gelb, Rot und etwas Rosa. Die jugendlichen, energischen Farben wirken wie lebendiges Feuer und passen zu einem Buch über Heilung und die Überwindung von Traumafolgen.
- Die Farben von Gravity of Joy wirken ausgelassen und fröhlich.
Beachte auch, dass der Text in beiden Fällen riesig ist und das Cover deutlich beherrscht. So entsteht ein klarer Schwerpunkt, und die Botschaft bleibt trotz der vielen Farben erkennbar.
Wenn du diesen Weg wählst, achte darauf, dass die Typografie sorgfältig ausgearbeitet ist:
- Passende Schriften, bei Bedarf individuell angepasst
- Höchstens zwei Schriften: eine für Titel und eine für Autorenname oder dieselbe für beides
- Passende Größe: weder zu groß noch zu klein, ohne den Titel zu überladen
- Sinnvolle Größenunterschiede: der Titel größer als der Autorenname, sofern der Autor nicht bereits bekannt ist
- Ein intuitiver Aufbau
- Bei Bedarf eine passende Farbe oder Struktur
Die zweite Gruppe verwendet eine vorherrschende Farbe und möglicherweise einige Verzierungen.

Auch hier richtet sich die Farbwahl nach deiner Botschaft und deiner Zielgruppe.
Ein Ratgebercover mit Foto
Wenn du bereits viele Fans hast, kann dein eigenes Foto auf dem Cover eine gute Lösung sein. Viele Ratgeber zeigen Influencer, Prominente oder Sportler.

Ohne bestehende Fangemeinde ist ein Fotocover nicht unbedingt die beste Lösung. Menschen, die dich nicht kennen, könnten annehmen, die Person sei zwar bekannt, aber für sie nicht relevant. Dann übergehen sie das Buch möglicherweise.
Ein minimalistisches Cover mit einer klaren Bildidee
Besonders beliebt sind Ratgebercover mit einem einfachen, aber aussagekräftigen Bild, Foto oder einer Zeichnung, die zu Titel oder Thema passt.

Eine solche Gestaltung ist nicht automatisch leicht. Bildmotive und Aufbau sollten eng mit dem Inhalt verbunden sein. Achte deshalb darauf, dass::
- Ein klarer Blickfang vorhanden ist
- Bildmotive und Typografie miteinander harmonieren
- Die Farben passend gewählt sind
- Das Genre erkennbar ist
Eine individuell gezeichnete Illustration für dein Ratgebercover
Hast du Ratgebercover mit handgezeichneten Illustrationen gesehen? Gemeint sind keine typischen Unternehmensillustrationen mit Vektorfiguren, sondern eigenständige Kunst mit Charakter.
Solche Bücher gibt es, aber sie sind vergleichsweise selten. Im Bereich Selbstentwicklung und Glück sind Illustrationen bislang wenig verbreitet. Das überrascht, denn handgemalte Bilder wirken warm, persönlich und eigenständig.

Angesichts des dicht besetzten Marktes könnten künftig mehr Ratgeber mit illustrierten Covern erscheinen.
Vielleicht gehört dein Buch dazu.
Fazit
Der Ratgebermarkt ist groß, und allein mit guten Texten aufzufallen ist schwierig. Dein Cover kann zum Marketingwerkzeug werden und dir bei der Buchwerbung helfen.
Vielleicht überdauert dein Ratgeber wie der Papyrus Insinger Jahrhunderte, und zukünftige Leser schätzen sowohl Inhalt als auch Cover. Denke jedenfalls an die Grundregeln des Buchcoverdesigns, suche nach Inspiration und experimentiere!
Was macht deiner Meinung nach ein ansprechendes Ratgebercover aus?