Du hast dein Manuskript fertiggestellt und sogar die Überarbeitung überstanden. Jetzt steht noch eine wichtige Entscheidung an: Wer gestaltet dein Buchcover?
Unabhängige Autoren haben meist drei Möglichkeiten:
- Das Cover selbst gestalten
- Einen freiberuflichen Buchcoverdesigner beauftragen
- Mit einer Buchcoverdesign-Agentur zusammenarbeiten
Alle drei können funktionieren. Die passende Wahl hängt von deinem Budget, deinen gestalterischen Fähigkeiten, deinen Veröffentlichungszielen, deinem Zeitplan und davon ab, wie viel du selbst organisieren möchtest.
Der Preis ist jedoch nicht das einzige Kriterium. Dein Cover muss das Genre vermitteln, die richtigen Leser anziehen, als kleines Vorschaubild funktionieren, Plattformanforderungen erfüllen und neben anderen Büchern deiner Kategorie bestehen.
Schauen wir uns alle drei Möglichkeiten an, damit du die passende für dich findest.
Möglichkeit 1: Gestalte dein Cover selbst
Die eigene Gestaltung ist häufig die erste Möglichkeit, die Autoren in Betracht ziehen – besonders bei einem knappen Budget.
Heute brauchst du dafür keine umfassenden Photoshop-Kenntnisse. Werkzeuge wie Canva oder BookBrush bieten Vorlagen und einfache Editoren, mit denen grundlegende Covergestaltung gut zugänglich wird. Du kannst auch ohne viel Erfahrung mit Schriften, Farben und Motiven experimentieren.
Welche Vorteile bietet die eigene Covergestaltung?
- Sie ist günstig. Viele Plattformen bieten kostenlose Tarife oder Vorlagen. So bleiben deine anfänglichen Veröffentlichungskosten niedrig.
- Du hast volle kreative Kontrolle. Du kannst beliebig viele Farben, Schriften und Bilder ausprobieren, ohne jemandem deine Vorstellung erklären zu müssen.
- Du kannst jederzeit Änderungen vornehmen. Den Untertitel aktualisieren, deinen Namen verschieben oder das Bild austauschen? Mach es einfach, ohne dich vorher abstimmen zu müssen.
- Sie eignet sich für einfache Gestaltungen. Textbetonte Sachbuchcover, kostenlose Bücher zur Lesergewinnung, Kurzgeschichten und kleinere Projekte benötigen häufig keine aufwendige Bildbearbeitung.
Die eigentliche Herausforderung ist jedoch: Deine Geschichte zu kennen bedeutet nicht, zu wissen, wie du sie visuell verkaufst. Ein Cover kann eine Szene perfekt darstellen und trotzdem ganz anders aussehen als erfolgreiche Bücher seines Genres.
Gute Covergestaltung erfordert Kenntnisse in folgenden Bereichen:
- Konventionen von Genres und Subgenres
- Typografie und Kombination von Schriften
- Bildaufbau und visuelle Hierarchie
- Farbtheorie
- Bildbearbeitung
- Lesbarkeit als Vorschaubild
- Aktuelle Markttrends
- Druckvorgaben
- Lizenzen für Bilder und Schriften.
Die eigene Gestaltung kann auch mehr Zeit kosten als erwartet. Statt an deiner Veröffentlichung, deinem Newsletter, deinen Anzeigen oder dem nächsten Buch zu arbeiten, verbringst du vielleicht Stunden in einer Designsoftware und fragst dich, warum die Typografie noch immer nicht stimmt.
Wenn du dein Cover trotzdem selbst gestalten möchtest, könnte dir diese Liste von Werkzeugen zur eigenen Gestaltung helfen.
Möglichkeit 2: Beauftrage einen freiberuflichen Designer
Wenn du nicht selbst gestalten möchtest, ist ein unabhängiger Designer die nächste Möglichkeit. Du erhältst professionelle Fähigkeiten und arbeitest direkt mit einer Person zusammen.
Welche Vorteile bietet ein Freiberufler?
- Du kannst einen Stil finden, der zu deinem Buch passt. Durchsuche Portfolios, bis du jemanden findest, der genau darauf spezialisiert ist.
- Du sprichst direkt mit der Person, die die Arbeit ausführt. Dadurch wirkt die Zusammenarbeit oft persönlich und flexibel.
- Die Preise decken eine breite Spanne ab. Auf Plattformen für Freiberufler findest du Designer aller Erfahrungsstufen und hast viele Möglichkeiten.
- Du erhältst professionelle Fähigkeiten. Ein erfahrener Coverdesigner geht mit Typografie, Bildaufbau, Bildbearbeitung und technischen Dateien deutlich sicherer um als ein Anfänger.
Welche Nachteile kann ein Freiberufler haben?
Die größte Herausforderung ist, die richtige Person zu finden. Ein guter Grafikdesigner ist nicht automatisch ein guter Buchcoverdesigner. Cover haben eigene Marketingregeln. Idealerweise kennt dein Designer sowohl das gestalterische Handwerk als auch dein Genre.
Daher wirst du wahrscheinlich Zeit für Folgendes aufwenden:
- Portfolios vergleichen
- Bewertungen lesen
- Prüfen, ob der Designer bereits in deinem Genre gearbeitet hat
- Lizenzen besprechen
- Die Anzahl der enthaltenen Überarbeitungen klären
- Prüfen, welche Dateien enthalten sind
- Fristen und Verfügbarkeit festlegen
Auch die Qualität kann auf großen Plattformen stark schwanken. Dazu kommt die Verfügbarkeit: Ein Freiberufler ist eine einzelne Person. Er kann ausgebucht sein, Urlaub nehmen, den Beruf wechseln oder einfach nicht verfügbar sein, wenn du sechs Monate später für den zweiten Band zurückkommst.
Möglichkeit 3: Beauftrage eine Buchcoverdesign-Agentur
Die dritte Möglichkeit ist eine Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das auf Buchcover spezialisiert ist.
Auf den ersten Blick ähnelt das der Zusammenarbeit mit einem Freiberufler. Du schickst ein Briefing, erhältst einen Entwurf, gibst Feedback und bekommst die fertigen Dateien. Der wesentliche Unterschied liegt hinter diesem Ablauf.
Eine Designagentur arbeitet meist mit einem etablierten Verfahren, einem Team aus Designern und Projektmanagern, Erfahrung in vielen Genres und internen Abläufen für Überarbeitungen, Kommunikation, Dateien und Qualitätskontrolle.
Welche Vorteile bietet eine Designagentur?
- Du profitierst von der Erfahrung mehrerer Personen. Auch wenn ein einzelner Designer dein Cover gestaltet, arbeitet er in einem größeren Team, das Wissen über Genres, Kundenwünsche und Markttrends sammelt.
- Covergestaltung ist ihr Spezialgebiet. Ein Team, das täglich an visuellen Inhalten für Veröffentlichungen arbeitet, erkennt ständig Genremuster. Es weiß, welche Stile in verschiedenen Nischen vorherrschen und welche Entscheidungen ein Buch im Regal unpassend wirken lassen.
- Der Ablauf ist vorhersehbarer. Unternehmen haben klare Schritte für das Einreichen eines Briefings, die Prüfung von Entwürfen, Änderungswünsche und die Lieferung fertiger Dateien.
- Es gibt mehr Kontinuität. Wenn ein Designer ausfällt, kommt die Arbeit nicht zum Stillstand. Das ist besonders für Autoren wichtig, die eine Reihe veröffentlichen. Ein Unternehmen kann Informationen aus früheren Projekten aufbewahren und bei Bedarf andere Teammitglieder einbeziehen.
- Du erhältst mehr Unterstützung rund um das Cover. Ein Coverprojekt besteht selten nur aus einer JPG-Datei. Vielleicht brauchst du eine E-Book-Version, einen vollständigen Druckumschlag, Buchrückentext, die Platzierung eines Barcodes, verschiedene Buchformate, Werbematerialien oder spätere Anpassungen.
- Du verbringst weniger Zeit mit der Suche nach Spezialisten. Statt Dutzende Portfolios zu durchsuchen, wählst du einen Anbieter und lässt das Unternehmen die Arbeit intern zuweisen.
Welche Nachteile können auftreten? Ein paar Punkte solltest du berücksichtigen.
- Der Ablauf kann stärker strukturiert wirken. Wenn du einen lockeren Austausch bevorzugst und deinem Designer über den Tag hinweg direkt schreiben möchtest, passt ein Freiberufler möglicherweise besser dazu.
- Die Preise unterscheiden sich stark zwischen Unternehmen. Manche Studios bieten Premiumleistungen, andere konzentrieren sich auf günstige Angebote für unabhängige Autoren. Eine Agentur ist nicht automatisch teurer. Vergleiche aber genau, was die jeweiligen Pakete enthalten.
Auch hier musst du recherchieren. Prüfe das Portfolio und die Erfahrung in deinem Genre, lies die Regeln für Überarbeitungen und informiere dich vor der Beauftragung über Lizenz- und Urheberrechtsbedingungen.
Schau dir übrigens unseren Blogbeitrag an und erfahre, welche Buchcoverdesign-Unternehmen du unbedingt meiden solltest..
Welche Möglichkeit solltest du wählen?
Es gibt keine allgemeingültige Antwort. Ein knappes Budget in Verbindung mit gestalterischen Fähigkeiten macht die eigene Gestaltung sinnvoll. Ebenso kann ein Freiberufler gut passen, dessen Portfolio deinem Genre entspricht, wenn du die direkte Zusammenarbeit bevorzugst.
Für professionelle Gestaltung, Genrekenntnisse, Zuverlässigkeit und einen fertigen Arbeitsablauf bietet eine Buchcoverdesign-Agentur jedoch meist das umfassendste Paket. Das wird noch wichtiger, wenn du das Veröffentlichen als langfristigen Beruf statt als einmaliges Projekt betrachtest.
Welche Möglichkeit funktioniert deiner Erfahrung nach am besten? Teile es unten in den Kommentaren.